Guppy-Züchter Deutschland (GZD)

Bewertung nach IHS

Gestern war es wieder soweit. Unser monatliches Online-Meeting fand in der bisher größten Anzahl statt. Im Fokus war diesmal der IHS (Internationaler Hochzuchtstandard für Guppys). Dazu hatten im Vorfeld neun Mitglieder vier Videos des Standards A1 (Fächerschwanz) und A2 (Triangelschwanz) bewertet. Für dieses Vorgehen liegen die entsprechenden Übersetzungen in deutsch in unserer Bibliothek (Mitgliederbereich) vor. Ziel der Runde war es, dass die bisher noch weit auseinanderreichenden Bewertungen in der Zukunft durch Erläuterung immer dichter beieinander liegen. Die Beschäftigung mit dem Standard soll das Zucht- und Selektionsziel klarer machen, um am Ende wunderschöne und vitale Guppys zu züchten. Da mit Torsten Rickert und Thomas Reiß erfahrene Ausstellungsrichter mit an Bord waren, konnte auf die Fragen direkt sehr gut eingegangen werden. Die Auswertung habe ich im Mitgliederbereich zum Nachlesen eingestellt. Als Fixpunkt habe ich dabei die Bewertung von Torsten Rickert markiert, damit sich jeder vergleichen kann.

Reger Austausch

Und Fragen wurden denn auch zahlreich von unseren jüngsten Mitgliedern gestellt. Genau so machte es allen Spaß, die erfahrenen Züchter freuen sich ihr Wissen weiter zu geben und für den Fragenden ergibt sich ein besseres Bild von der Zucht. Dabei ging es um Dinge, wie ausgewachsene Triangel-Männchen seltener zu füttern, damit diese älter werden und ihre Flossenqualität länger halten können. Welche Stämme eignen sich für den Neueinsteiger ? Wie viele Stämme kann ich mit einer kleinen Anlage betreuen und kann man damit auch eine hohe Qualität erreichen (man kann – das hat Franz Zeipelt als Mitglied des ehemaligen GPH eindrucksvoll vorgemacht)? Wann suche ich eigentlich meine Zuchttiere am besten aus? Und klar, das Thema Zuchtanlage kam auch kurz auf… Hier zwei Impressionen aus dem WhatsApp-Chat.

Genetik von Mischerbigen

Auch die Genetik von Mischerbigen Guppys war ein Thema was einen gewissen Raum eingenommen hat. Dabei wurde der Unterschied von mischerbigen Deckfarben und mischerbigen Grundfarben diskutiert. Im Vorfeld kam auch der Wunsch nach einer Liste mit guter Literatur rund um den Guppys und wo man etwas über Guppy-Genetik nachlesen kann. In Englisch kann dieses Thema Tobias Bernsee sehr gut beantworten mit einer kleinen Seite über Guppy-Bücher.

Fazit und Ausblick

Die letzten Teilnehmer haben das Treffen um kurz nach 23 Uhr beendet. Es scheint also Spaß gemacht zu haben. Das Online-Treffen im Februar ist für Donnerstag, den 24.02.22 geplant. Start ist wieder 20:30 Uhr.

Einige Punkte nehme ich denn auch für die Homepage und unsere weiteren Kanäle mit:

  • Übersetzung und Einpflege der Bücherseite von Tobi in die Bibliothek
  • Bibliothek um das Thema Grundfarben starten
  • Im nächsten Meeting soll der Standard A3 (Schleierschwanz), A4 (Fahnenschwanz) und A5 (Halbmond) bewertet werden
  • Beitrag über Zuchträume
  • und offen gesagt vieles mehr
Online-Meeting Januar 2022
Online-Meeting Januar 2022

Letztes Jahr wurde der Internationale Hochzuchtstandard für Guppys (IHS) nahezu unbemerkt 40 Jahre alt. Weder wurde groß gefeiert oder darauf besonders hingewiesen. Dabei ist der IHS doch 40 Jahre lang ein Garant für schöne Guppys. Warum der Standard auch heute noch Sinn macht !

Warum ein Standard ?

Immer wieder werde ich von Besuchern und Freunden gefragt, warum meine Guppys so toll aussehen und die in der Tierabteilung der Baumärkte oder in der Zoohandlung nicht ansatzweise vom Aussehen da mithalten können. Das ist zumindest in der Regel so, es gibt ja auch gute Ausnahmen. Nun muss der Fragende sich eine langen Wortschwall von Selektion und Auslese der besten Zuchttiere anhören. Nicht jeder mag dem so lange folgen, aber er hat ja gefragt… Aber auf was selektiert der Züchter eigentlich genau ? Da kommt er ins Spiel der IHS…

Ohne den Guppy-Hochzuchtstandard würde sich jeder Züchter ein eigenes Ziel bei seiner Zucht setzen. Damit ist eine Vergleichbarkeit dahin und eine Bewertung macht nicht wirklich Sinn, denn Geschmack hat ja bekanntlich viele Gesichter. Ein Standard erreicht nun genau das: Er macht vergleichbar, stellt ein klares Zielbild auf, gibt den Züchtern die Möglichkeit zum Austausch untereinander und der Züchter richtet seine Selektion und Zuchttierauslese auf das Zielbild hin aus.

Warum ein Internationaler Standard ?

Je mehr Leute auf ein Ziel hinarbeiten, um so verbindender ist dies meiner Meinung nach für die entsprechende Gemeinschaft. Und so ist es doch toll, wenn ich sehe, wie immer mehr Guppy-Liebhaber über die ganze Welt verteilt nach einem Zuchtziel streben. Das fördert das Miteinander – hier sogar über die Landesgrenzen von Deutschland und über Sprachbarrieren hinweg.

Was bringt nun der IHS dem Züchter ?

Neben dem Schaffen einer Gemeinsamkeit im Hobby, erhält der Züchter auch wirklich schöne Guppys. Wobei der eine Standard schwerer als der andere zu erreichen scheint. Schöne Triangel-Guppys habe ich schon einige gesehen, aber Nadelschwanz-Guppys eigentlich nicht wirklich. Dieser Standard scheint schwieriger in der Realisierung zu sein. Der IHS liefert mit seinen Beschreibungen dem Züchter ein klares Bild, wie der ideale Guppy aussehen kann oder eben sollte. Somit gibt er einen klaren Rahmen für die Selektion und Zuchtauswahl. Und nein, das ist nicht einseitig oder einschränkend. Bei 13 Zuchtformen und zahllosen Farbkombinationen von Grundfarben und Deckfarben ist dem persönlichen Ausprobieren oder Vorlieben mehr als genug Raum geboten. Nicht umsonst ist mein Spruch dazu: “Die letzten Worte des Guppy-Züchters ? Mehr Becken…”

Und was bringt der IHS dem Guppy ?

Der Standard wurde in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer wieder angepasst an die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse. So wurde beispielsweise die Flossenlänge beim Triangelschwanz auf 80% der Körpergröße reduziert, damit der Guppy diese große Flosse auch ohne Einschränkungen tragen kann und somit gesund und vital bleibt. Oder das Thema Vitalität wurde in die Bewertung mit eingeführt, da man gesunde und aktive Tiere fördern wollte. Das ist ganz nebenbei auch gut für einen potentiellen Käufer der Tiere, aber vor allem werden so die gesunden vitalen Guppys bevorzugt und das Genmaterial in dieser Richtung gefestigt. Der IHS verhindert somit auch “Qualzuchten”, ein immer präsenteres Thema in der Gesellschaft in Bezug auf Haustiere.

Kritik am IHS

Ja, mir sind immer wieder auch Dinge unter gekommen, die nicht optimal sind. Das IKGH (www.ikgh.org) als das den Standard definierenden Kuratorium ist zu langsam, weil zu groß und zu unterschiedlich usw. usw.. Der Standard ist nicht konkret genug und lässt noch zu viel Spielräume. Die Bewertungen durch die Richter sind nicht einheitlich genug. Ja, das stimmt sicherlich auch irgendwo, aber er verbindet derzeit die meisten Züchter, er hat im Gegensatz zu anderen Standards klar das Tierwohl im Blick und schafft primär eine Gemeinschaft durch ein gemeinsames Zielbild. Deswegen lade ich jeden ein, sich mit den IHS zu beschäftigen und auch gerne zu seiner Verbesserung beizutragen. Das ist zumindest mein Weg…

Und final sind die Guppys dann einfach wunderschön und die Besucher fragen, warum sie bei uns so toll aussehen…

Den Standard IHS in Englisch gibt es HIER

Eine nach und nach erstellte deutsche Übersetzung bietet unserer Club Guppy-Züchter Deutschland – werde Teil unserer Gemeinschaft !

Ach und nebenbei… So soll er aussehen der Nadelschwanz…

Nadelschwanz nach IHS
Nadelschwanz nach IHS

Heute geht es um einen auf Ausstellungen in den letzten Jahren sehr erfolgreichen Stamm. Die Kombination von Moskauer Guppys mit der Grundfarbe Pink ergibt einen Guppy bei dem zwei Farben konkurrieren. Einmal die dunkle Moskauer-Farbe und einmal Silber, welches durch die Grundfarbe Pink verursacht wird. Je nach Zuchtauswahl des Züchters kann der Stamm mehr Silber (insbesondere am Kopf und Vorderkörper) oder mehr Moskau-Dunkel zeigen.

Im Netz lässt sich auch ein interessanter Eintrag aus 2012 von Dieter Kempkens finden: “Ich habe diese Fische über mehrere Generationen gehalten und bin der Meinung, dass eine “echte” züchterische Bearbeitung fast unmöglich ist. Besondere Merkmale an Flossen und Form lassen sich nicht manifestieren was meiner Meinung nach mit der genetischen Besonderheit des “unterdrückten” Triangels zusammenhängt. Ich habe versuchsweise ein Männchen mit einer besonders markanten Rückenflosse mit 4 Weibchen verpaart; keines brachte auch nur annähernd den Phänotyp des Vaters hervor. Gemäß meiner Erfahrung müssen die Tiere, um homogene Ausstellungstiere zu erreichen, in großer Stückzahl vermehrt werden.”

Quelle: http://www.gkr-forum.de/t2363f168-Panda-Moskauer.html

Mit genau diesen Fischen konnte aber Torsten Rickert (bekannt als Ritschi in Guppy-Kreisen) die letzten Jahre außergewöhnliche Ausstellungserfolge erzielen. Fairerweise meinte Dieter Kempkens vermutlich die Eigenschaften hinsichtlich eines Triangel-Stammes. Ritschi nutze jedoch die Eigenschaft von Pink, einen Triangel in einen Kurzschwanz-Guppy zu transformieren und konzentrierte seine züchterische Arbeit auf den Rundschwanz.

Ritschis Start mit Panda-Guppys

In 2012 bekam Ritschi seine ersten Panda-Guppy von René Wolff. Es waren wie er selbst sagt sehr gute Ausgangstiere. Diese züchtete er weiter und stellte sie erstmal im Jahr 2013 aus. Bereits ein Jahr später gewann er mit diesem Stamm im Bereich der Kurzflosser sowohl die Deutsche, als auch die Europäische Meisterschaft. Als Krönung konnte er im gleichen Jahr auch noch den World Guppy Contest in China gewinnen. Diverse Erfolge in den nächsten Jahren bestätigten, dass der Stamm im Bereich der Rundschwänze ausgezeichnete züchterische Erfolge ermöglichte, wenn man sich nur damit ausgiebig beschäftigte.

Panda-Guppy von Torsten Rickert

Einige Tipps und Hinweise zum Panda-Guppy selbst und zu seiner Zucht

“Panda-Guppys gibt es in blau und grün. In komplett Schwarz habe ich Sie noch nicht gesehen.”

Torsten Rickert in 2021

Auf den beiden folgenden Bildern ist diese Aussage in den Schuppen auf dem Körper gut zu erkennen.

“Wichtig ist auf die kräftige Färbung im Alter zu achten.”

Torsten Rickert

Das folgende Foto zeigt einen Panda-Guppy mit voller Färbung.

Hier noch zwei Bilder, um deutlich zu machen, welcher Panda-Guppy zu bevorzugen ist. Auch wenn Sie nicht in hoher Qualität sind, so verdeutlichen sie doch worauf bei der Zuchtauswahl zu achten ist.

“Allerdings darf man mit der Auswahl nicht zu früh beginnen, denn wenn Sie jung sind, sind sie noch sehr hell in der Färbung.”

Torsten Rickert

Daher zeigen wiederum die zwei folgenden Bilder noch junge Panda-Guppys, bei denen mit der Auswahl der Zuchttiere noch gewartet werden sollte.

Tja, ganz so einfach scheint die Zuchtauswahl dann doch nicht… um am Ende solche wunderschönen Panda-Guppys zu erzielen.

Zu sehen sind Originaltiere aus meinem Stamm, welchen ich von 2007 bis zu meiner Komplettauflösung in 2017 hatte.
Der Ursprungsstamm besaß mehr Platinumanteil im Vorderkörper und hatte zur filigranen Rückenflosse auch eine filigrane
Schwanzflosse.
Mit diesem Stamm wurde ich 2007 Deutscher Meister in der Klasse -Schwertflosser-.


In 2017 habe ich diesen Stamm an einen deutschen Züchter abgegeben. 2020 war davon leider nichts mehr übrig.

So möchte ich ihn mir wieder -erzüchten-. Zumindest ähnlich.



Ziel: Die Farbe und die filigrane Zeichnung der Rückenflosse aus dem anderen Stamm zu übernehmen

1. Verpaarung


Datum: OFFEN

Weitere, genauere Beschreibung dazu unter http://www.guppy4u.de