Umbau und Ausbau eines Zuchtraumes
Vorgestellt wird hier die Zuchtanlage unseres Mitglieds Henrik Schneider.
Die Ausgangslage:
Mein Zuchtraum befindet sich in der „Waschküche“ unseres Hauses. Vor dem Umbau befanden sich insgesamt 48 Becken in einem gut vier Meter breiten Zuchtregal verteilt auf vier Ebenen und weitere fünf kleine Becken auf der Fensterbank. Der Wasserwechsel erfolgte wöchentlich mit Hilfe einer Gartenpumpe für den Ablauf und einem Schlauch als Zulauf. Dadurch, dass ich in dem Raum einen größeren Platzgewinn hatte und dadurch auch die zweite lange Wand mehr oder weniger frei wurde, entstand die Idee, die Zuchtanlage umzubauen und im Zuge dessen auch etwas zu vergrößern. Gleichzeitig sollte das Handling aber etwas „seniorengerechter“, man wird ja nicht jünger, und weniger zeit- und arbeitsaufwendig sein. Außerdem konnte der ganze Raum eine kleine Aufhübschung vertragen. Manch einer mag ja Retrofliesen aus den frühen 80er-Jahren, ich aber definitiv nicht. Farbe musste also auch her.
Der Plan:
Geplant wurden zwei getrennte Zuchtregale, auf jetzt nur noch drei Ebenen, mit insgesamt 78 Becken. Der Wasserwechsel soll halbautomatisch erfolgen und dabei weniger Zeit in Anspruch nehmen und möglichst selten für nasse Füße sorgen. Als Filter waren weiterhin Eck-HMF vorgesehen die über Druckdosen mit den entsprechend großzügig dimensionierten Pumpen verbunden werden sollten. Um die Becken durchgehend von morgens bis abends zu beleuchten war zusätzlich zu der Beckenbeleuchtung auch eine helle Raumbeleuchtung vorgesehen, die zumindest stundenweise die Anlage ausleuchtet ohne die Stromkosten in die Höhe zu treiben. Die Planung des Wasserzulaufs bzw. Ablaufs war das eigentlich komplizierteste an dem Ganzen. Durch meine Züchterkollegen Alfred Müller und Stefan Nelte holte ich mir aber die entscheidenden Infos bzw. Tipps für meine Planung. Wichtig war mir, dass ich keine Schläuche mehr schleppen wollte und der Fußboden, möglichst trocken bleiben sollte. Gleichzeitig war der Faktor Zeit und einfaches Handling wichtig, damit notfalls auch mal eine Urlaubsvertretung den Wasserwechsel durchführen kann, ohne das ganze Haus zu fluten. Ich entschied mich letztlich dafür alle Becken mittels Rohrsystem zu verbinden ohne dabei die Becken alle anzubohren. Der Zu- und Ablauf erfolgt dabei über eine einzige Leitung (detaillierte Erklärung hierzu folgt). Da sich die ganze Anlage ja wie gesagt in unserer „Waschküche“ befindet, gab es seitens meiner Frau die Bedingung, dass zumindest Waschmaschine und Trockner weiterhin dort verbleiben und auch nutzbar sind (das war gar nicht so leicht 🙂 )
Die Umsetzung:
Da der ganze Raum bis dato nur über zwei Steckdosen verfügte und alles auf einer Sicherung hing, musste ein Elektriker her, der alles neu verkabelt, viele neue Dosen setzt und alles noch auf getrennte Sicherungen legt. Besten Dank an dieser Stelle nochmal an meinen Züchterkollegen und Beifahrer Reinhard Stier, der zwei Samstage für mich und meine Pläne geopfert hat. Als nächstes musste die „neue“ Seite freigeräumt und gründlich gereinigt werden damit die gefliesten Wände einen neuen Anstrich bekommen konnten. Hier war es sehr hilfreich, dass ich auf den zweibeinigen Nachwuchs zurückgreifen konnte der mich völlig freiwillig unterstützt hat und auch beim Aufbau der Holzkonstruktion mit der dritten und vierten Hand dafür gesorgt hat, dass alles so schnell aufgebaut werden konnte. Danke Ina! (sie wollte unbedingt erwähnt werden! Soll sie auch 🙂 )
Nachdem die „neue“ Seite komplett gestrichen war ging es auch schon an den Aufbau des neuen Zuchtregals. Vorgesehen waren hier insgesamt 36 Becken a 54 Litern, die mit der kurzen Seite nach vorne stehen. Hierzu wurden drei Regale in Holzständerbauweise aufgestellt. (die Maße und Stärken der verbauten Hölzer folgen später). Da ich solche Regale ja schon öfter mal aufgebaut habe und somit halbwegs weiß was ich da tue, ging das, Dank der besagten Hilfe meiner Tochter, dann doch sehr schnell und reibungslos. Da ich in besagter Beckengröße schon 24 Stück hatte, mussten 12 neu beschafft und aufgestellt werden.
Als nächstes stand der Umzug der Fische aus den alten Becken und anschließend nach und nach der Umzug der Becken selbst an. Gar nicht so einfach bei der Anzahl und im laufenden Betrieb! Da ich es vorab aber schon gut geplant und vorbereitet hatte, war auch dieser Schritt in wenigen Tagen erledigt. Was folgte war die Verlegung der Rohrleitung für den Wasserzulauf und Ablauf.
Hierfür verwende ich PVC-Rohre mit einem Durchmesser von 25mm. (die Bauweise und Funktion erkläre ich am besten in einem separaten Artikel, da es doch etwas erklärungsbedürftig ist). Da ich auch hier einen guten Plan entwickelt hatte, war die Umsetzung nicht ganz so schwer und zeitaufwendig wie ursprünglich gedacht. Nach guten zwei Wochen stand also mein neues Regal, war voll besetzt und funktionierte, so wie ich es mir vorgestellt hatte. (Eigentlich zu meinem eigenen Erstaunen, ist es mit meinem handwerklichen Geschick doch nicht gar so weit her).
Danach brauchte ich erst einmal ein paar Tage, oder eher Wochen, Pause. In der Zeit schaute ich erst das alles so lief wie es sollte und nahm noch ein paar Feinjustierungen vor. Aber ich wollte ja auch noch die „alte“ Seite neu gestalten….
Zunächst mussten dafür die restlichen Becken im alten Regal umgestellt werden. Leermachen ging an dieser Stelle nicht, da alle noch voll besetzt waren. Es musste also alles recht schnell gehen, da die Becken am Übergangsstandort keine Luftzufuhr und somit auch keine Filterung hatten. Als erstes wurde dann das alte Regal abgebaut und anschließend auch der Rest des Raumes in blau und weiß gestrichen. Direkt am nächsten Tag machte ich mich dann, mit bereits erwähnter Unterstützung, an den Wiederaufbau, der gleichzeitig auch ein Ausbau werden sollte, da nun hier die komplette Wand ausgenutzt werden konnte. Am Ende sollten ja immer noch 42 Becken Platz finden. Auch hier gab es keine größeren Komplikationen und alles stand bereits am nächsten Tag wieder so, wie es stehen sollte. Die Becken konnten also direkt, bei der Gelegenheit geputzt und mit neunen Filtermatten versehen, in das neue „alte“ Regal einziehen. Integriert wurden bei der Gelegenheit auch zwei größere Becken, die bis dato bei uns im Treppenhaus standen und nun auch einen Platz in meiner Anlage gefunden haben. Eins davon wird als volleingerichtetes „Schaubecken“ genutzt.
So läuft jetzt alles seit Ende September und ich bin mehr als zufrieden mit dem Ergebnis!
Zum Schluss noch ein paar Zahlen:
Beckenanzahl: 78 (von 12-240 Liter)
Wasservolumen: ca. 3600 Liter
Stromverbrauch: ca. 6,5 kw/h am Tag (3 kw/h für drei Pumpen + 3,5 kw/h Licht)
Beleuchtungsdauer: insgesamt 15 Stunden (7h Raumbeleuchtung, 8h Beckenbeleuchtung)
Wasserwechsel: wöchentlich 30-70% je nach Beckengröße und Besatzdichte
Kosten: Wasser/Strom: 80€/Monat (von den fiktiven 55€ Stromkosten fallen, Dank PV-Anlage, im Schnitt tatsächlich nur wenige Euro im Monat an).
Heizkosten können nicht beziffert werden, da alles über Raumheizung geheizt wird.
Maße der Holzbalken: Auflagebalken 58*38mm und Stützen 78*58mm











